5. September 2015

Reisebericht: Arwaburg in der Slowakei

Hallo meine Besten!

Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass ich gerade zurück aus dem Urlaub gekommen bin. Wie jedes Jahr in den Ferien haben wir unsere alte Heimat Slowakei besucht. Dieses Jahr war aber nicht nur chillen angesagt, denn wir wollten eine kleine Rundreise machen. Um genau zu sein, eine winzige  dreitägige Rundreise ;) 

Mit der Fläche von knapp 50.000 Quadratkilometern gehört Slowakei zu den kleinen Ländern. Umso erstaunlicher ist es, wie viele historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten, sowie Naturschätze man hier bewundern kann. Schon als Kind habe ich mit meinen Eltern, aber auch während Schulausflügen einiges davon sehen dürfen. Es bleiben trotzdem viele unentdeckte Plätze und wir haben uns vorgenommen jedes Jahr ein Teil davon nachzuholen.


Dieses Jahr starteten wir mit der Besuch von der Arwaburg (auf slowakisch Oravsky hrad). Arwaburg   habe ich schon als 10-11 jähriges Mädchen besucht und ich weiß immer noch, dass mich die Burg sehr beeindruckt hat. Schon die Lage ist so imposant, dass man sich winzig und bedeutungslos fühlt, wenn man zu ihrer Füßen steht. Auch 30 Jahre später hat dieses architektonische Schmuckstück genau die gleiche Wirkung auf mich. 

Arwaburg liegt in dem nördlichen Teil von Slowakei, in der Region Orava, gebaut auf einem gewaltigen Felsen. Es liegt etwa 100m über dem Fluss Orava. Die Burg wurde in dem 13.Jahrhundert das erste mal schriftlich erwähnt, doch archäologische Funde beweisen, dass die Burgerhöhung schon  in der Steinzeit bewohnt war. 



Die Burg wurde von oben nach unten erbaut. Ganz oben befindet sich die Zitadelle. Sie diente zu Verteidigungszwecken und wurde im 13.Jahrhundert gebaut. Die mittlere Burg besteht aus dem Schloss von Johann Corvinus aus dem 15.Jahrhundert und der Wohnturm von Jan aus Dubovec. Die untere Burg wurde von der Familie Thurzo gebaut und besteht aus den Wohnräumen, Kapelle, zwei Bastionen und aus dem komplexen Schutzmauersystem, zu dem auch drei  hintereinander eingeordnete Burgtore gehören. 


Im laufe der Zeit wechselte die Burg natürlich mehrmals die Besitzer. Ab dem 16.Jahrhundert gehörte sie Familie Thurzo. In Zusammenhang von Thurzo´s muss man sogenannten "Komposesorat" erwähnen. Palatin Juraj Thurzo hatte nur einen Sohn, dafür aber sieben Töchter. Als sein einziger Sohn und damit auch Erbe starb, musste er sich etwas einfallen lassen, damit die Burg nicht zu sieben teilen geteilt wurde. So hatte er beschlossen, eine spezielle Form der Verwaltung ins Leben zu rufen - Komposesorat. Dass bedeutete, dass die Verwaltung von der Burg in die gleich lange Zeitperioden geteilt wurde und die Burg abwechselnd von seinen sieben Schwiegersöhnen verwalten wurde.


In dem Jahr 1800 entfachte auf der Burg ein gewaltiges Feuer, das sich auf die gesamte untere und mittlere Burg ausbreitete. Erst ende 19. und im 20.Jahrhundert wurde die Burg umfangreich restauriert und für die Öffentlichkeit als Museum zugänglich. 



So eine imposante Kulisse, die  die Arwaburg bietet ist natürlich auch für die Filmbranche sehr attraktiv . Ich bin mir sicher, dass die Mehrheit von euch schon mal ein Film gesehen hat, der hier zum Teil gedreht wurde. Wetten?? ;) Ich erwähne nur 3 Filme und bin gespannt, ob ihr meine Vermutung bestätigen könnt.

Der erste Film war noch stumm und als Vorlage diente der weltberühmte Roman von Bram Stoker. Ihr ahnt es sicherlich schon ;) 1922 wurde auf der Burg der Horrorklassiker Nosferatu mit Max Schreck gedreht. Es wird gemunkelt, dass die Maskenbildner gar nicht viel Arbeit mit der Maske von Max Schreck hatten ;)

 Bild Quelle: Pinterest


Der Zweite Film ist ein Märchen aus dem Jahr 1985. Wenn ich sage, dass der kleine Jakob durch das obere Türmchen von der Burg in die Freiheit flüchtete, wisst ihr sicherlich schon, dass hier auch Frau Holle, im Original Perinbaba gedreht wurde.

Bild Quelle: Amazon

Und wie sieht es mit dem König Drosselbart aus, gedreht im Jahr 1984? Auch dieses Märchen würde auf und unter der Burg gedreht. 

Bild Quelle: Pinterest


Ihr seht, Arwaburg ist einfach ein magischer, überwältigender und Historie geladener Ort. Sollte es euch möglich sein für ein paar Tage Slowakei zu besuchen, ist genau das ein Ort den man in unseren Land besuchen sollte. Die Führungen auf der Burg gibt es natürlich auch auf Deutsch.

Unsere Ferienreise endete aber nicht hier. Ich werde euch natürlich auch weitere wunderschöne Orte vorstellen. 

Habt einen schönen Tag!

süße grüße



Viera



Kommentare:

  1. Sehr interessant! Ich finde Osteuropa toll, habe aber leider bis auf etwas Polen, Slowenien, Tschechei und Kroatien noch nicht viel gesehen. Für 2017 steht das aber definitiv auf unserer Reiseliste, deshalb freu ich mich schon auf deinen nächsten Bericht, damit ich ein paar Anregungen sammeln kann :)

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    1. Ich versuche dir ein paar Tipps zu geben ;) Bis 2017 plane ich noch selber einiges zu sehen ;)
      Liebe Grüße
      Viera

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